Wald und Forstwirtschaft in Bayern

Pressemitteilungen, Veranstaltungen und Neues aus dem Staatsministerium
  • (3. November 2026) Traunstein/Ruhpolding – Der Waldbrand am Saurüsselkopf bei Ruhpolding zerstörte als einer der schwersten und größten Waldbrände Bayerns rund 80 Hektar Schutzwald. Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber hat heute die Wiederbewaldung mit Einsatz modernster Drohnentechnik gestartet. "Wir haben am Saurüsselkopf ein neues Sanierungsgebiet mit höchster Priorität ausgewiesen und setzen alles daran, die wertvollen Schutzfunktionen des Waldes so schnell wie möglich wiederherzustellen", betonte Kaniber. Besonders wichtig sei der betroffene Wald für die Region als natürlicher Wasserspeicher und für den Schutz des Trinkwassers. Aufgrund des extrem steilen Geländes kommt bei der Wiederbewaldung auch eine spezielle Drohne zum Einsatz. Sie bringt insgesamt 126 Kilogramm einer eigens zusammengestellten Saatgutmischung aus. Diese enthält Samen von schnell wachsenden krautigen Pflanzen wie Waldweidenröschen und Himbeere sowie von sogenannten Pionierbaumarten wie Birke, Lärche oder Vogelbeere. "Die Drohnensaat ist eine entscheidende Maßnahme, um den wertvollen Humusboden im steilen Gelände bestmöglich zu erhalten. Denn wenn dieser bei Starkregen weggespült wird, bleibt nur der blanke Fels zurück. Ein Wald kann dort dann nicht mehr wachsen", erklärte die Ministerin. Die Fachstelle für Schutzwaldsanierung der Bayerischen Forstverwaltung plant die Sofortmaßnahmen und setzt diese gemeinsam mit dem Forstbetrieb Ruhpolding um. Ergänzend zur Drohnensaat werden rund 12.000 Bäumchen in den vom Tal aus zugänglichen Bereichen des Saurüsselkopfes gepflanzt. Die Arbeiten sind aufgrund der steilen Hänge äußerst anspruchsvoll und erfordern unter anderem die Neuanlage und Instandsetzung von Steigen. "Mein großer Dank gilt allen, die während des Waldbrandes und jetzt bei der Wiederbewaldung mit großem Einsatz um jeden Quadratmeter Wald kämpfen", so die Ministerin. Die Gesamtkosten der Maßnahmen belaufen sich auf knapp 300.000 Euro. Darin enthalten sind auch die Mittel für ein begleitendes Forschungsprojekt, das den Erfolg der Aussaat und die Humusentwicklung auf den Brandflächen untersucht. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen wichtige Informationen liefern, um die Wiederbewaldung geschädigter Schutzwaldflächen künftig noch gezielter zu gestalten.
  • (2. November 2026) München – Gute Nachrichten für Bayerns Bäuerinnen und Bauern: Noch vor Weihnachten sollen die EU-Direktzahlungen auf den Konten der landwirtschaftlichen Betriebe im Freistaat eingehen. Bayern will die Mittel in Höhe von voraussichtlich mehr als 800 Millionen Euro bereits am 21. Dezember auszahlen – und damit bundesweit als erstes Bundesland. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat sich für die frühzeitige Auszahlung starkgemacht. Gerade angesichts der angespannten wirtschaftlichen Situation vieler Betriebe sei dies ein wichtiges Signal für Verlässlichkeit und Planungssicherheit. "Gerade jetzt, wo viele unserer Bauernfamilien wirtschaftlich enorm unter Druck stehen, zählt jeder verlässliche Euro. Besonders in der Schweinehaltung, aber auch für manche Ackerbaubetriebe, ist die wirtschaftliche Lage derzeit schwierig. Unsere Bauern brauchen keine zusätzlichen Unsicherheiten, sondern Planungssicherheit. Deshalb ist es mir wichtig, dass die Direktzahlungen noch vor Weihnachten auf den Höfen ankommen", betonte die Ministerin. Die EU-Direktzahlungen sind für Bayerns Landwirtschaft ein wichtiger Beitrag zur Einkommenssicherung. Allein im Freistaat erhalten gut 96.000 Betriebe diese Unterstützung. Über die sogenannten Öko-Regelungen werden zudem freiwillige Leistungen für Umwelt, Klima und Artenvielfalt honoriert – etwa die Anlage von Blühflächen oder besonders umweltschonende Bewirtschaftungsformen. "Auf Bayern ist Verlass. Wir setzen alles daran, dass unsere Bäuerinnen und Bauern ihr Geld pünktlich bekommen – heuer voraussichtlich sogar einige Tage früher als im vergangenen Jahr. Dahinter steckt eine enorme Leistung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Landwirtschaftsämtern, der Staatlichen Führungsakademie und in der Zahlstelle des Ministeriums. Ihnen gilt mein herzlicher Dank", so Kaniber weiter. Neben den Direktzahlungen sollen bereits im Laufe des Dezembers weitere wichtige Fördermittel an die landwirtschaftlichen Betriebe fließen. Vorgesehen sind unter anderem folgende Auszahlungstermine: • 3. Dezember: Förderung der staatlich unterstützten Mehrgefahrenversicherung • 11. Dezember: Ausgleichszulage für landwirtschaftliche Betriebe in benachteiligten Gebieten • 16. Dezember: Bayerisches Kulturlandschaftsprogramm einschließlich der Förderung des Ökolandbaus sowie des Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramms Auch bei weiteren Förderprogrammen für Investitionen, Tierwohl und die Entwicklung des ländlichen Raums sind noch vor Weihnachten Auszahlungen vorgesehen. Dazu zählen unter anderem die Einzelbetriebliche Investitionsförderung, das Bayerische Tierwohlprogramm BayProTier, das Bergbauernprogramm, die Dorferneuerung und LEADER. Kaniber unterstrich abschließend die Bedeutung einer starken heimischen Landwirtschaft: "Unsere bäuerlichen Familienbetriebe sorgen Tag für Tag dafür, dass wir gute heimische Lebensmittel auf dem Tisch haben. Sie pflegen unsere Kulturlandschaft und halten unsere ländlichen Räume lebendig. Das ist alles andere als selbstverständlich. Wer unsere Landwirtschaft stärkt, investiert in die Versorgungssicherheit und die Zukunft unseres Landes."
  • (30. Oktober 2026) Beilngries (Lkr. Eichstätt) – Frauen tragen auf Bayerns Bauernhöfen längst unternehmerische Verantwortung. Doch das spiegelt sich noch nicht in den Betriebsleitungen wider: Nur rund neun Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern führen Frauen eigenverantwortlich. Aber 79 Prozent der Bäuerinnen, so hat es die Bayerischen Bäuerinnenstudie an den Tag gebracht, schätzen ihre Bedeutung für den landwirtschaftlichen Betrieb als groß oder sehr groß ein, jede zweite gibt an, den Betrieb gemeinsam mit ihrem Partner zu leiten. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber sieht darin den klaren Auftrag, Frauen auf ihrem Weg in unternehmerische Verantwortung zu stärken. "Unsere Landwirtschaft kann und will auf die Ideen, das Können und den Unternehmergeist von Frauen nicht verzichten. Frauen führen Betriebe, treffen Investitionsentscheidungen und entwickeln neue Geschäftsfelder. Diese Leistung gehört ins Licht gerückt. Jungen Frauen muss von Anfang an klar sein: Auf einem Hof stehen ihnen dieselben Chancen offen wie ihren Brüdern. Bei der Hofnachfolge darf nicht das Geschlecht entscheiden, sondern wer einen Betrieb mit Können, Leidenschaft und Verantwortung in die Zukunft führen will", sagte Kaniber beim Tag der landwirtschaftlichen Unternehmerin in Beilngries. Gerade bei der Hofnachfolge sieht Kaniber weiterhin Handlungsbedarf. Traditionelle Erwartungen, die Vereinbarkeit von Betrieb, Familie und Sorgearbeit sowie fehlende Vorbilder können Frauen den Weg in Führungsverantwortung erschweren. Umso wichtiger seien gute Weiterbildungs- und Beratungsangebote, aber auch starke Netzwerke und die Möglichkeit, sich mit anderen Unternehmerinnen auszutauschen. Der Tag der landwirtschaftlichen Unternehmerin bot dafür eine Plattform: Erfahrungen weitergeben, Kontakte knüpfen und neue Impulse für den eigenen Betrieb gewinnen. Und auch das Internationale Jahr der Landwirtin 2026 rückt die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft in den Mittelpunkt. Das Bayerische Landwirtschaftsministerium begleitet das Themenjahr unter anderem mit Porträts von Betriebsleiterinnen aus allen Regierungsbezirken. Dadurch sollen Frauen sichtbar werden, die Verantwortung übernehmen und ihren Hof unternehmerisch weiterentwickeln. Dazu dienen auch ein Themenheft genauso wie Videos mit "Hoffluencerinnen" im Gespräch mit Staatsministerin Kaniber. Ferner unterstützt der Freistaat mit Angeboten zur Existenzgründung und Weiterbildung, Unternehmerinnenseminaren und der sozioökonomischen Beratung an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Mit Landfrauenforen und dem Wettbewerb "Bäuerin als Unternehmerin des Jahres" werden außerdem Austausch, Vernetzung und unternehmerisches Engagement gefördert. "Politik kann einer Unternehmerin keine Entscheidung abnehmen – und das soll sie auch nicht. Aber wir können dafür sorgen, dass sie Wissen, Beratung und verlässliche Rahmenbedingungen bekommt. Mir ist wichtig, dass Frauen mutig den Entschluss fassen können, ihre Ideen umzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und ihren eigenen Weg zu gehen. Denn jeder Hof braucht Menschen, die ihn mit Tatkraft und Weitblick in die nächste Generation führen", so Kaniber.
  • (29. Oktober 2026) München/Vaterstetten (Lkr. Ebersberg) – Das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm Wald (VNP Wald) ist ein echtes Erfolgsmodell und wird von Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern stark nachgefragt. Forstministerin Michaela Kaniber und Umweltminister Thorsten Glauber haben heute gemeinsam mit den Verbandsspitzen des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) und des Bayerischen Waldbesitzerverbandes (WBV) ein gefördertes Projekt mit Biotopbäumen im Wald bei Vaterstetten besichtigt. Aber es ging auch um die Zukunft des Programms. Glauber und Kaniber sind sich einig: Das Vertragsnaturschutzprogramm ist ein voller Erfolg und wird weiter gestärkt. "Über das Förderprogramm konnten wir allein in den vergangenen zehn Jahren 34.000 Anträge genehmigen und Fördergelder auszahlen. Unser Angebot kommt sehr gut an und zeigt, dass wir den richtigen Weg gehen: Naturschutz und Bewirtschaftung gehen bei uns Hand in Hand. Diesen Weg gestalten wir jetzt noch einfacher, schneller und unbürokratischer. Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer stellen künftig ihre Förderanträge online und profitieren von einer vollkommen digitalen Bearbeitung", so Kaniber. Umweltminister Thorsten Glauber betonte: "Wälder haben wichtige Funktionen für Mensch und Natur: Sie sind Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten, CO2-Senke, Erholungsraum, Lieferant nachwachsender heimischer Rohstoffe und Lebensgrundlage für Waldbesitzer. Die Biodiversität verbessert gleichzeitig die Anpassungsfähigkeit der Wälder an den Klimawandel. Mit unserem Vertragsnaturschutzprogramm Wald haben wir ein Erfolgsmodell der Transformation zu resilienten Wäldern geschaffen. Wir setzen in Bayern auf Freiwilligkeit und Kooperation. Für das Jahr 2027 stehen rund sieben Millionen Euro für das VNP Wald zur Verfügung. Das sind gute Nachrichten für Bayerns Wälder und Menschen." Das Förderprogramm umfasst unter anderem den Erhalt von Biotopbäumen und Totholz. Ebenfalls zu den geförderten Maßnahmen zählt das Fortführen der Mittelwaldbewirtschaftung als historische Waldnutzungsform sowie der Erhalt von Lebensräumen für Biber. Seit 2015 hat der Freistaat insgesamt mehr als 85 Millionen Euro ausgezahlt. Den größten Anteil daran haben Biotopbäume und Totholz: Bayernweit wurden seit 2015 mehr als 300.000 Biotopbäume und 130.000 Totholzelemente über VNP Wald gefördert. Die Förderhöhe beträgt bis zu 220 Euro je Biotopbaum.
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